Auf der Yogamatte: Durch Körperübungen zu geistiger Klarheit

Yoga ist groß. Yoga ist echt. Wenn du mit Yoga begonnen hast und regelmäßig übst, stehen die Chancen gut, dass du dich besser fühlst, vielleicht besser aussiehst und gesünder bist.

Würde es Sdich überraschen zu erfahren, dass all diese großen Vorteile zumeist sekundäre Vorteile sind?

Körper und Geist

Yoga ist nicht nur ein System um das Dehnen der Muskeln zu üben. Natürlich ist dies ein Teil davon, aber es ist nur Mittel zum Zweck. Schon im Yoga Sutras von Patanjali steht geschrieben, dass die Yoga-Stellungen (Asanas) nur eine Komponente von acht weiteren sind, zu denen unter anderem auch ethisches Verhalten, die Kontemplation und die Meditation gehören.

Schon allein das Üben der Asanas in Verbindung mit der Atmung ist nicht so einfach, wie du vielleicht denken magst. Yoga ist ein komplexes System, in dem jede Komponente als ein Teil des Ganzen die anderen Komponenten beeinflusst. Asanas sind nur ein Mittel zum Zweck, und am Ende steht das Wohlbefinden, obwohl das Erreichen genau dieses Wohlbefindens nicht unbedingt im Vordergrund stehen mag.

Lerne dich selbst kennen

Das Üben von Yoga-Stellungen ist eigentlich ein sehr guter und direkter Weg, um sich selber besser kennen zu lernen. Wenn alles gut läuft, ist es sehr einfach, sich wohlzufühlen. Aber im Yoga machen wir uns auch freiwillig auf den Weg, um die eigenen sonst so kontrollierten Verhaltensweisen, die unangenehm oder schmerzhaft sein können, neu oder anders zu erfahren. Dabei können einige sehr einfache aber intensive Fragen auftauchen, wie:

Bin ich

– zurückhaltend und gehe lieber auf Nummer Sicher?
– wütend auf mich selbst und rege mich darüber auf, wenn ich Fehler machen?
– besonders egoistisch, wenn ich mehr erreicht habe als andere?
– sehr schnell dabei andere zu tadeln, wenn es nicht so läuft, wie ich es erwartet habe?
– eher der stille Beobachter, der eher die anderen um sich herum wahrnimmt?
– eher voller Selbstmitleid, weil ich nicht das erreiche, was ich gerne möchte?

All diese Fragen können beim Üben auf der Yogamatte auftauchen, aber natürlich sind das auch die Fragen, denen wir im täglichen Leben immer wieder begegnen. Doch die Yoga-Praxis ermöglicht es uns, diese Fragen in einem sicheren Umfeld zu erleben und wahrzunehmen, ohne abgelenkt zu sein. Durch die Praxis der Atmung, Pranayama,  können wir z. B. erlernen, in angespannten Situationen durchzuatmen und „cool zu bleiben“.

Stichwort: Selbstkontrolle

Aus der vermeintlichen Sicherheit heraus zu treten und sich „gehen zu lassen“, kann schwierig sein, weil du sofort versuchen wirst, nicht das „Gleichgewicht“ zu verlieren. Wenn es dir z. B. schwer fällt, eine bestimmte Yoga-Übung ausführen, gibt es wahrscheinlich einen guten Grund dafür. Und wenn du aus falschem Ehrgeiz heraus dennoch versuchen wirst, besteht die Gefahr, dass du dich bei diesem Versuch Verletzungen zuziehst.
Im Yoga geht es nicht darum, alles richtig und perfekt auszuführen, es geht darum die Mühe auf sich zu nehmen und sich auf den Weg zu machen, zu mehr Gelassenheit und Ausgeglichenheit im eigenen Leben.

Aus diesem Grund wurden Yogamatten, Meditationskissen und Yogazubehör entwickelt. Wenn du in stehenden Haltungen den Boden nicht erreichen kannst, dann verwende einen Yoga-Block. Wenn du in der Dehnung eine bestimmte Asana nicht halten kannst, verwende einen Yoga-Gurt, das wird dir helfen. Stützkissen und Meditationskissen werden auf der ganzen Welt eingesetzt. Es gibt so viele Lehrer, die sie empfehlen und gerne verwenden. Aus Scham und scheinbarer Schwäche das nicht zu tun, kann mehr schaden als nützen.

Begib dich langsam und behutsam auf deinen Yoga-Weg; du wirst mit der Zeit davon profitieren und die sich einstellenden Ergebnisse sowohl körperlich als auch geistig (oder sogar spirituell!) sehen und spüren.

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