Kann Meditation heilen?

Die strikte Trennung zwischen Schul- und Alternativmedizin weicht immer mehr auf. Begriffe wie Patientenaktivierung gehören in der modernen Medizin zum Repertoire und haben keinen esoterischen Touch mehr. Auch die Existenz des Placeboeffekts zweifelt in der wissenschaftlichen Welt kaum jemand mehr an. Allerdings ist die Tatsache, dass Selbstheilung grundsätzlich existiert, kein Versprechen auf Gesundheit.

Welche Rolle spielt die Meditation beim Selbstheilungsprozess?

Meditation wird in östlichen Religionen seit Jahrtausenden geübt und praktiziert. Das primäre Ziel ist dabei allerdings nicht, sich von Krankheiten zu befreien. Nichtsdestotrotz können meditative Praktiken heilende Wirkung haben, wie neuere Studien belegen. So haben Forscher der Universität Tübingen zum Beispiel mit meditationsunerfahrenen Patienten einmal wöchentlich eine Achtsamkeits-Meditation geübt.

Depression und Burn-out mit Meditation heilen?

Die Probanden haben in der Vergangenheit an Depressionen oder Burn-out gelitten, waren allerdings zum Zeitpunkt der Studie beschwerdefrei. Die Rückfallquote ist bei diesen Erkrankungen sehr hoch. Durch Achtsamkeits-Meditation konnte diese Quote deutlich gesenkt werden. Nach nur acht Wochen zeigte das EEG, wie sich das so genannte Achtsamkeitspotenzial gesteigert hatte. Auf den Hirnrinden der Probanden konnten die Wissenschaftler eine höhere Spannung messen.

Was genau ist eine Achtsamkeits-Meditation?

Während einer Achtsamkeits-Meditation versuche ich alle Gedanken an die Zukunft (Pläne) und die Vergangenheit (Erinnerungen) durch Konzentration auf zum Beispiel den Atem zu unterbinden. Unser „Monkey Mind“ ist es gewohnt, von einem Gedanken zum nächsten zu hüpfen. In der Meditation nehmen wir das wahr und lenken unsere Aufmerksamkeit bewusst auf den Atem oder ein Mantra oder eine Körperempfindung.

Welche Wirkungen kann ich von Meditation erwarten?

Der Effekt ist einfach, aber wirkungsvoll. Durch die Konzentrationsübung wird der Geist gezwungen, eine Pause einzulegen. Dadurch bekommt der Körper die Gelegenheit, Stress abzubauen und auch das vegetative Nervensystem profitiert. Das ist sogar messbar: Forscher konnten in einem Experiment nachweisen, dass der Vagusnerv durch Meditation gestärkt wird.
Hier ist aber auch ein Hinweise nötig: Besonders bei ernsthaften körperlichen oder psychischen Beschwerden ersetzt Meditation nicht die Konsultation eines Arztes oder Therapeuten.

Wo und wie kann ich Meditation üben?

Es gibt viele Möglichkeiten, formale Meditation kennen zu lernen und zu üben. Sogar in Fitnessstudios werden mittlerweile neben dem Yoga vielerorts Meditationskurse angeboten. Auch Bücher, Podcasts oder YouTube (Link zu unserem buddhistischen Verlag in Kalifornien) können ein Einstieg sein, wenn wir eine Yogamatte und ein Meditationskissen bzw. eine Meditationsbank zu Hause haben. Wir empfehlen allerdings, Meditation in einem Kurs unter professioneller Anleitung kennen zu lernen. Wer in Köln oder Umgebung wohnt, kann natürlich auch gerne bei uns im Nyingma-Zentrum vorbeikommen!

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