{"id":985,"date":"2018-02-21T11:22:02","date_gmt":"2018-02-21T09:22:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lotus-design.com\/blog\/?p=985"},"modified":"2025-07-09T12:23:10","modified_gmt":"2025-07-09T10:23:10","slug":"yoga-mehr-als-nur-ein-sport","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lotus-design.com\/blog\/blog\/yoga-mehr-als-nur-ein-sport\/Lotus-Design","title":{"rendered":"Ist Yoga mehr als nur ein Sport?"},"content":{"rendered":"<p>Um es vorweg zu nehmen: &nbsp;Yoga ist vielmehr mehr als nur Sport. Eigentlich geht es um etwas v\u00f6llig anderes. Yoga leidet bei uns im Westen unter einem gro\u00dfen Missverst\u00e4ndnis. Abgestempelt als Frauensport und Millionen bringender Industriezweig &nbsp;ger\u00e4t der wahre Sinn des indischen Philosophiesystems oft in Vergessenheit.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Yoga ist vor allem Meditation<\/h2>\n<p>Yoga, wie wir es hier im Westen kennen, hat zwar viel mit sportlicher Ausdauer zu tun und verlangt bei fortschreitender Praxis eine gewisse k\u00f6rperliche Flexibilit\u00e4t von uns. Aber die perfekte Bikinifigur, gutes Aussehen, Follower auf Instagram und bunte teure Leggins haben mit Yoga nichts zu tun, auch wenn uns die Inhalte der sozialen Medien h\u00e4ufig etwas anderes suggerieren. Im Vordergrund steht die geistig philosophische Entwicklung der Yogini \/ des Yogi, deren Basis ein starker und flexibler K\u00f6rper bildet.<\/p>\n<p>Yoga ist eines der sechs gro\u00dfen orthodoxen philosophischen Systeme Indiens, Shaddarshanas genannt. Wann genau diese Philosophie entstanden ist, ist nicht bekannt, wir k\u00f6nnen allerdings davon ausgehen, dass die ersten Yogis vor mehr als 5000 Jahren lebten. Der erste, der die Ziele des Yoga und den Weg diese zu verwirklichen, schriftlich festhielt, war Patanjali, Verfasser des Yogasutra. Das Yogasutra ist als Leitfaden f\u00fcr den yogischen Lebensweg zu verstehen, aufgeteilt in vier Kapitel und 195 Verse. Und im Yogasutra findet sich auch eine erste Begriffsdefinition:<\/p>\n<figure id=\"attachment_1000\" aria-describedby=\"caption-attachment-1000\" style=\"width: 406px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.lotus-design.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/yoga-chitti-vritta-nirodaha.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-1000\" src=\"https:\/\/www.lotus-design.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/yoga-chitti-vritta-nirodaha.jpg\" alt=\"\" width=\"406\" height=\"82\" srcset=\"https:\/\/www.lotus-design.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/yoga-chitti-vritta-nirodaha.jpg 743w, https:\/\/www.lotus-design.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/yoga-chitti-vritta-nirodaha-300x61.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 406px) 100vw, 406px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1000\" class=\"wp-caption-text\">yoga chitti vritti nirodaha: Yoga ist das zur Ruhebringen der Gedanken des Geistes<\/figcaption><\/figure>\n<p>Yoga ist also ein Zustand, indem wir uns mit unserer Umwelt und mit uns selbst in Einheit, in Harmonie befinden. Unsere &nbsp;Gedanken sind ruhig, wir k\u00f6nnen sie kontrollieren und unsere Umwelt bewusst und objektiv wahrnehmen.&nbsp; Wir sprechen hier also eher \u00fcber eine Form der Meditation, als \u00fcber eine Sportart. Der Sankskrit-Begriff Yoga bedeutet w\u00f6rtlich \u00fcbersetzt so viel wie <em>anspannen, anschirren, zusammenbinden<\/em> oder auch <em>Vereinigung, Verbindung<\/em>. Diese Begriffe k\u00f6nnen auf unterschiedliche Weise interpretiert werden. Sie beziehen sich sowohl auf die bewusste Vereinigung von Geist und K\u00f6rper, als auch auf <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Yoga\">die Vereinigung &#8211; also die Einheit &#8211; von Mensch und Gott.<\/a><\/p>\n<h2>Asanas als Mittel zum Zweck<\/h2>\n<p>Wie kommt es dann, dass eine jahrtausende alte Philosophie \u00fcberwiegend als Sport wahrgenommen wird?<\/p>\n<p>Um den Zustand von Einheit erreichen zu k\u00f6nnen, gibt Patanjali uns im Yogasutra den achtgliedrigen Pfad an die Hand. Die im Ashtanga Marga enthaltenen Gebote wie zum Beispiel &nbsp;Gewaltlosigkeit, Ehrlichkeit, Enthaltsamkeit, Bescheidenheit und Selbstdisziplin sind nur einige Voraussetzungen, die urspr\u00fcnglich erf\u00fcllt sein mussten, bevor wir beginnen, unseren K\u00f6rper auf die Meditation vorzubereiten. Und zwar durch Asanas, k\u00f6rperliche \u00dcbungen, die wir unter dem Begriff Yoga kennen. Patanjali bezieht sich lediglich in wenigen Versen auf die k\u00f6rperliche Ebene. Und er beschreibt auch keine der vielen Asanas en d\u00e9tail, sondern definiert lediglich wie die letztendliche Position w\u00e4hrend der Meditation auszusehen hat:<\/p>\n<figure id=\"attachment_993\" aria-describedby=\"caption-attachment-993\" style=\"width: 372px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.lotus-design.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/sthira-sukham-asanam.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-993\" src=\"https:\/\/www.lotus-design.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/sthira-sukham-asanam.png\" alt=\"\" width=\"372\" height=\"87\" srcset=\"https:\/\/www.lotus-design.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/sthira-sukham-asanam.png 355w, https:\/\/www.lotus-design.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/sthira-sukham-asanam-300x70.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 372px) 100vw, 372px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-993\" class=\"wp-caption-text\">sthira sukham asanam: Die K\u00f6rperhaltung sollte stabil und angenehm sein<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Asanas bereiten den K\u00f6rper auf das Sitzen w\u00e4hrend der Meditation vor. Sie machen K\u00f6rper (und Geist) geschmeidig und befreien von Verspannungen. Je nach Wunsch oder Lage k\u00f6nnen sie anregend, beruhigend, w\u00e4rmend oder k\u00fchlend wirken. Regelm\u00e4\u00dfige Asanas helfen dem Meditierenden, sich von seinem K\u00f6rper zu l\u00f6sen, da dieser ihm keine Beschwerden mehr bereitet. Sie bilden die k\u00f6rperliche Basis f\u00fcr einen <a href=\"https:\/\/www.lotus-design.com\/Meditation\/Meditationskissen\/\">stabilen und angenehmen Sitz w\u00e4hrend der Meditation<\/a>.<\/p>\n<p>Fazit: Asanas sind ein m\u00e4chtiges Werkzeug im Yoga, aber sie sind nicht der Yoga.<\/p>\n<h2>Yoga in der Zwickm\u00fchle<\/h2>\n<p>\u201eYoga? Das ist nichts f\u00fcr mich. Am Ende der Stunde muss man immer so komisch herumliegen.\u201c Genau das sagte mir jemand neulich. Und dieses Ph\u00e4nomen beobachte ich h\u00e4ufiger: Sport, ja klar, der macht fit, h\u00e4lt jung. Aber Gelassenheit und innere Ruhe entwickeln, den Geist zur Ruhe bringen, meditieren &#8211; das verbinden viele Menschen einfach (noch) nicht mit Yoga. Sie sind irritiert, wenn die Stunde mit drei Om begonnen und mit Shavasana beendet wird. Sie wissen nicht, dass Meditation und der Atmen wichtige Bestandteile einer Stunde sind. Dass es nicht darum geht, sich auszupowern sondern zu sich \u2013 bei sich selbst anzukommen.<\/p>\n<p>Andererseits suchen jedoch immer mehr Menschen nach einem Ausgleich zu ihrem oft hektischen Alltag, wollen Ruhe finden und mal alles loslassen, wollen mehr als sich k\u00f6rperlich ert\u00fcchtigen und finden genau aus diesen Gr\u00fcnden zum Yoga. Diese Menschen suchen genau die oben angesprochenen Elemente oder nehmen sie begeistert auf.<\/p>\n<p>Yoga steckt im Westen also nach wie vor in einer Art Zwickm\u00fchle. F\u00fcr die einen eine Form, sich fit und gesund zu halten, f\u00fcr die anderen ein philosophischer Lebensweg.<\/p>\n<p>Was ist Yoga f\u00fcr euch? Lebensweg? Beruf oder vielleicht sogar Berufung? Fitness? Oder vielleicht etwas von allem? Wie nehmt ihr als Sch\u00fcler die philosophischen Elemente in den Stunden wahr? Und wie vermittelt ihr als Lehrer euren Sch\u00fclern die Philosophie und die Geschichte hinter den k\u00f6rperlichen \u00dcbungen?<\/p>\n<p>Wir freuen uns auf eure Komentare&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um es vorweg zu nehmen: &nbsp;Yoga ist vielmehr mehr als nur Sport. Eigentlich geht es um etwas v\u00f6llig anderes. 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