Die Ujjayi Atmung – Neue Energie und Entspannung

Ujjayi Atmung

Bestimmt ist dir in Yogastunden schon einmal das laute Atmen einiger anderer Yogis aufgefallen. Was du da hörst,ist die Ujjayi Atmung – eine grundlegende Atemtechnik für unsere Asanapraxis, die eine unglaublich positive Wirkung auf unseren Körper und unseren Geist hat.

Die Ujjayi Atmung – dein innerer Ozean

Wenn wir Ujjayi atmen, wird unser Atem hörbar. Dies erreichen wir, indem wir unsere Stimmritze ein klein wenig verengen. Diese minimale Veränderung bewirkt, dass wir fast unverzüglich gleichmäßiger, tiefer, länger und feiner atmen. Unser Atmen steht im Fokus unserer Konzentration und es fällt uns leichter, ihn achtsam zu beobachten.

Das Kommen und Gehen der Ujjayi Atmung klingt ähnlich wie Wellen, die beim Einatmen an den Strand rollen und sich beim Ausatmen sanft wieder zurück ins Meer ziehen. Aber nicht nur aufgrund dieser Assoziation nennen die Yogis die Ujjayi Atmung auch den inneren Ozean. Diese Atemtechnik wirkt  meditativ und beruhigend und kann uns, wenn wir regelmäßig praktizieren, tiefe Einsichten, bringen. bis hin zur Selbsterkenntnis ielleicht kommen wir durch Ujjayi sogar der im Yoga angestrebten Selbsterkenntnis ein kleines Stück näher.

Da wir unseren Atem fokussieren, ihn beobachten, ihn spüren, beruhigen sich unsere Gedanken, unser innerer Gedanken-Ozean wird stiller. Die Ujjayi-Atmung  eignet sich daher auch hervorragend als Einschlafhilfe oder um sich in stressigen Situationen zu beruhigen.

In der Asanapraxis ist die Ujjayi Atmung ein wunderbarer Begleiter, vor allem, wenn es mal etwas anstrengender wird.  Denn Ujjayi hilft, den Fokus weg von der körperlichen Anstrengung zu lenken, hin zu all den positiven Wirkungen, die eine Asana auf unseren Körper und unseren Geist hat. Wir können uns besser konzentrieren, haben mehr Energie und Kraft und sind in der Lage, eine Asana, die uns herausfordert, länger und vor allem leichter zu halten.

Wie du die Ujjayi Atmung üben kannst

  • Wenn du über längere Zeit aufrecht Sitzen kannst oder bereits  Erfahrung mit Meditation und Pranayama hast, komme in einen bequemen und aufrechten Sitz, gerne auf einer Meditationsmatte oder einem Meditationskissen.
  • Wenn es dir angenehmer ist zu liegen, beginne in Rückenlage. Bringe dafür ein Yoga Bolster oder eine gerollte Decke unter deine Knie, um deinen unteren Rücken zu entlasten.
  • Bringe nun die gespreizten Hände rechts und links auf deine Rippenbögen. Atme ein paar Mal tief durch die Nase ein und durch den geöffneten Mund wieder aus. Spüre, wie sich beim Einatmen deine Rippen seitlich heben und wie dein Brustkorb sich nach vorne weitet.
  • Lasse die Arme nun sinken und bringe die Hände auf die Oberschenkel. Wenn du liegst, lege die Arme neben dem Körper ab und öffne die Handinnenfläche nach oben.
  • Atme in der nächsten Ausatmung hauchend durch den weiterhin geöffneten Mund aus, so als würdest du einen Spiegel anhauchen, der beschlagen soll. Denke dabei an die Silbe HA oder HAM. Spürst du, wie sich deine Stimmritze bei dieser Art des Ausatmens ein wenig verengt, so als würdest du flüstern? Dann bist du genau richtig. Atme so ein paar Mal: Tief durch die Nase ein und hauchend durch den geöffneten Mund aus.
  • Schließe nun deinen Mund und atme durch die Nase ein und aus. Verenge die Stimmritze nun weiterhin in jeder Ausatmung. Du atmest also geräuschlos durch die Nase ein und mit einem hauchenden Geräusch durch die Nase auch wieder aus. Dieser Prozess sollte nicht anstrengend sein. Wenn das der Fall, lasse ein wenig los, nimm ein paar normale Atemzüge und versuche es noch einmal.
  • Wenn das gut funktioniert, versuche deine  Stimmritze auch beim Einatmen etwas zu verengen. Denke dabei gerne an die Silbe SO.
  • Verweile so lange in dieser Atmung, wie es dir angenehm ist. Spüre und höre wie dein Atem gleichmäßig, lang und fein in dich ein- und wieder hinausströmt. Und spüre und höre, wie dein Atem in der Einatmung wie eine sanfte Welle an den Strand rauscht und sich mit der Ausatmung wieder zurück ins Meer zieht.

Den Atem kontrollieren – Übung macht den Meister

Oft fällt uns das Einatmen in der Ujjyai-Atmung etwas schwerer als das Ausatmen. Das ist ganz normal und einfach eine Gewöhnungs-, beziehungsweise Übungssache. Die Hatha Yoga Pradipika sagt, dass wir Ujjayi, zu jeder Tageszeit und an jedem Ort üben können. Also, nur keine Hemmungen, fang einfach an die Ujjayi Atmung in deinen Alltag zu integrieren.

Übrigens: Entscheidend für die positive Wirkung der Atemtechnik ist nicht die Lautstärke. Dein Atem soll für dich spür- und hörbar werden. Wie laut du das Rauschen werden lässt, spielt für den Erfolg keine Rolle. Einen interessanten Beitrag zur Ujjayi-Atmung findest du auch von Anna Trökes auf der Website yogaeasy.

Wann du die Ujjayi Atmung nicht praktizieren solltest

Übe Ujjayi nicht, wenn du unter starken Depressionen oder Traumata leidest. Frage vorher deinen Arzt oder Therapeuten, ob du Atemtechniken bedenkenlos praktizieren kannst.  Wenn du Ujjayi zusätzlich mit Khumbaka, also dem Anhalten des Atems üben möchtest, tue dies nur, wenn du ein gesundes Herz hast und nicht unter Blutdruckproblemen leidest. Wenn du unter Problemen mit der Schilddrüse leidest, frage bitte ebenfalls deinen Arzt, ob Ujjayi für dich geeignet ist.

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